BABEL 2014

Ein neues globales Alphabet?

BABEL2014 von Yuliana Gorkorov

BABEL2014 –
Ein gemeinsames Zeichensystem für das hebräische, lateinische, arabische und kyrillische Alphabet. Ein Projekt von Yuliana Gorkorov.

In Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung erleben wir eine kulturelle und sprachliche Annäherung. Menschen aus verschiedenen Kulturen haben die Möglichkeit, einander kennenzulernen und es findet ein gegenseitiger Austausch zwischen den Kulturen statt. Viele Wörter sind international verständlich. Und dennoch: auch die internationalen Wörter die man kennt, können nicht erkannt werden, wenn sie in einem anderen Alphabet geschrieben sind. Kann dieses Problem durch ein globales Alphabet gelöst werden? Als erste Annährung an diese Frage, ist das Projekt BABEL2014 entstanden.

BABEL2014 ist ein gemeinsames Zeichensystem für das hebräische, lateinische, arabische und kyrillische Alphabet. Obgleich die genannten Alphabete heute sehr unterschiedlich aussehen, haben sie dennoch einen gemeinsamen Ursprung: Das phönizische Alphabet. Ausgehend von einer gemeinsamen Form, bildeten sich im Laufe der Zeit, aufgrund unterschiedlicher Sprachen, Schreibweisen, Materialien und Schreibrichtungen, die heutigen Endformen heraus. Wenn man die Einzelformen allerdings abstrahiert und genauer betrachtet, offenbaren sich viele Gemeinsamkeiten.

BABEL2014 von Yuliana Gorkorov
BABEL2014 von Yuliana Gorkorov

Ich habe 26 Zeichen entwickelt, die für die gleichen Laute in vier Alphabeten stehen. Die Zeichen müssen manchmal gespiegelt oder gedreht sein, um den gleichen Laut im jeweiligen Alphabet auszudrücken. Zeichen die nur in einem Alphabet existieren, wurden zunächst nicht berücksichtigt. Das neue Zeichensystem habe ich BABEL2014, nach dem Turmbau zu Babel, genannt. Mein Ziel ist es, durch BABEL2014 neue Möglichkeiten für die schriftliche, multikulturelle Kommunikation zu eröffnen.

Ein Beitrag von Yuliana Gorkorov vom 01. Februar 2016

Yuliana Gorkorov studiert derzeit im Graduate-Programm Heterotopia der Folkwang Universität der Künste. Thematisch beschäftigen sich ihre Arbeiten mit der Überwindung von Kommunikationsbarrieren zwischen verschiedenen Kulturen. Die Vision von einem globalen Alphabet verfolgt Yuliana nun als Forschungsschwerpunkt im Studio 02 – Analoges und digitales Publizieren.

Besprechung des TYPO Berlin Talks 2015