eMagazin

Ein Fußballmagazin soll digital werden

Das eMagazin »Mein Vfl« ist das Ergebnis der Abschlussarbeit von Juliane Galla

Das eMagazin »Mein Vfl« ist das Ergebnis der Abschlussarbeit von Juliane Galla

Bachelorarbeit – eine Arbeit, die alles über mein Studium aussagt, über mein Wissen, mein Können und meine Leidenschaft. Es war nicht schwer, das passende Thema zu finden. Während meines Studiums an der Folkwang UdK in Essen interessierte ich mich vor allem für die Bereiche Typografie, Editorial Design und Interface Design. Es wurde Zeit, die Bereiche in einem Projekt zu verbinden. Ein digitales, tabletoptimiertes eMagazin sollte entstehen.

Aktuell werden auf dem Tablet häufig exakte Wiedergaben von Printmagazinen dargestellt. Diese sind benutzerunfreundlich und statisch. Meine Motivation war es, die Inhalte eines Printmagazins mit den Vorzügen der digitalen Welt zu vereinen. Ein dynamisches, interaktives eMagazin sollte entstehen, welches die technischen und gestalterischen Möglichkeiten des Mediums »Tablet« ausnutzt.

Den Mittelpunkt meiner praktischen Arbeit bildet ein Mitgliedermagazin eines Fussballvereins im Herzen des Ruhrgebiets – des VFL Bochum. Fussball spricht eine große Zielgruppe an, die schnell erreicht werden kann. Ich kenne viele begeisterte Fussballfans, die sich mit dem Verein identifizieren und die ich für mein Projekt befragen konnte. Zumal ich an der Entwicklung und Gestaltung des analogen Mitgliedermagazins »Mein VFL« beteiligt war. Ich wollte versuchen, diese Inhalte für den digitalen Bereich zu optimieren.

Das Mitgliedermagazin »Mein VFL« in der Print-Version

Das Mitgliedermagazin »Mein VFL« in der Print-Version

Traditionsreich, familiär und emotional

So würde ich den VFL Bochum und seine Fans beschreiben. Im Stadion des Zweitligisten begegnet man einer breiten Zielgruppe; von Kumpels über Geschäftsmänner bis hin zu Familien – von Groß bis Klein ist alles vertreten. Viele Fans bezeichnen sich selbst als Bochumer Jungs und kommen vorwiegend aus der Stadt oder der direkten Umgebung. Der Patriotismus zur Heimatstadt, -verein und -brauerei ist überall zu spüren. Sie diskutieren leidenschaftlich gerne, ob am Arbeitsplatz, in der Bahn, der Kneipe oder in den sozialen Medien. Sie fiebern zu jedem Spiel mit und möchten immer auf dem Laufenden gehalten werden. Der Verein zählt über 5500 Mitglieder und somit potenzielle Magazinleser. Allein 3550 Mitglieder der Facebook-Gruppe »VFL Bochum – unbeugsam seit 1848« posten Kommentare, Fotos und Videos oder verlinken externe Inhalte wie z.B. Zeitungsartikel. Hier wollte ich mit meinem eMagazin ansetzen.

Das Intro-Video zu »Mein VFL« - das eMagazin von Juliane Galla

Ein emotionales Intro-Video stimmt auf die eMagazin-Inhalte ein

Der Teaserbereich macht aufmerksam auf neue Artikel

Der Teaserbereich macht aufmerksam auf neue Artikel

Einzelausgabe vs. Aktualität

Braucht man auf dem Tablet überhaupt Einzelausgaben? Im klassischen Printmagazin stellt sich die Frage nicht. Es gibt einen Erscheinungstermin der eingehalten werden muss. Das Magazin muss gedruckt, verarbeitet und an den (Groß-)Kunden ausgeliefert werden. Doch einen Drucktermin gibt es im Digitalen nicht. Ein Magazin zeichnet sich als Sammlung unterschiedlichster (redaktionell aufbereiteter) Artikel aus, die in regelmäßigen Zeitabständen erscheinen. Im Sinne von erscheinen müssen es also nicht zwingend einzelne Ausgaben sein.
Mein eMagazin versteht sich demnach als Sammlung, die in regelmäßigen Abständen um neue Artikel ergänzt wird. Quasi ein Magazin, welches im physikalischen Sinne immer dicker wird.

Benutzerfreundlichkeit

Aufgrund der heterogenen Zielgruppe lege ich großen Wert auf Benutzerfreundlichkeit. Die Navigation und das User Interface sollten intuitiv verständlich sein, so dass sich sowohl technikaffine als auch unerfahrene Benutzer gleichermaßen zurechtfinden. Neben der Startseite, die aktuelle Inhalte teasert und so eine erste Orientierung bietet, werden die einzelnen Artikel daher in Rubriken unterteilt. Diese erreicht der Benutzer jederzeit über eine fixe Navigation im oberen Bildschirmbereich. So bleibt der Navigationsweg stets nachvollziehbar.

Der Liverticker im eMagazin »Mein VFL«

Der Liveticker gibt Auskunft über den aktuellen Spieltag

Die Rubrik Fanreport im eMagazin »Mein VFL«

In der Rubrik »Fanreport« können die Mitglieder selbst posten

Kommunikation

Das Web ist im direkten Vergleich zu analogen Produkten dynamisch und interaktiv. Hierdurch erhält das eMagazin einen klaren Mehrwert. Was halten andere von diesem Artikel? Ist jemand meiner Meinung? – In den Social Media Kanälen findet bereits ein großer Meinungsaustausch statt. Diesen Diskussionsanreiz wollte ich auf mein eMagazin übertragen. Direkt auf der Startseite werden im unteren Bereich die beliebtesten und meist kommentierten Artikel hervorgehoben. Das Twitterzitat des Tages fordert zum direkten Dialog in Form eines retweets auf. Neben einer eigenen Kategorie für User Generated Content, können auch die kachelförmigen Artikelteaser innerhalb der Rubriken nach den Vorlieben des Lesers umsortiert werden. Zur Auswahl stehen die Kategorien Aktualität, Empfehlungen und Umstrittenes. Die Rubrik Liveticker erscheint nur an Spieltagen und informiert an Ort und Stelle über den aktuellen Spielverlauf.

Storytelling

Die Aufbereitung der Artikel erfolgt auf zwei Arten. Dem leicht verständlichen Artikel, der mit Bild oder Videomaterial angereichert sein kann. Diese Form wird für tagesaktuelle Meldungen oder Nachrichten genutzt. Die Kommunikation, auch innerhalb des Fließtextes ist ausdrücklich erwünscht.
Die zweite Inhaltsform ist eine aufwendig gestaltete Storytelling-Fassung. Die Inhalte werden auf multimediale Art präsentiert. Texte, Bilder oder Bewegtbilder, Töne und Grafiken werden zu einer Einheit zusammengeführt. Mehrere Ebenen geben zudem Hintergrundinformationen. Diese Erzählform kommt bei redaktionell aufwendigen Interviews und Reportagen zum Einsatz.

Videos, Audio, Animationen und interaktive Visualisierungen verbinden sich zu einer spannenden Erzählform

Videos, Audio, Animationen und interaktive Visualisierungen verbinden sich zu einer spannenden Erzählform

Interaktive, multimediale Artikel

Reportagen und Interviews sind als aufwendige interaktive multimediale Artikel umgesetzt

Webapp vs. native App

Für die Umsetzung des eMagazins »Mein VFL« habe ich mich für eine freie, webbasierte Lösung entschieden. Diese bot mir den größtmöglichen Spielraum bei der Gestaltung und ist plattformübergreifend umsetzbar. Mein eMagazin funktioniert als sich ständig aktualisierende Web-Plattform, auf der analog zu einem Blog, Artikel in chronologischer Reihenfolge aufgelistet werden. Der Leser hat somit Zugang zu neuen und alten Artikeln. Daher ist mein eMagazin eine Webapp und keine native App, die über einen Appstore heruntergeladen werden kann.

Ein Beitrag von Juliane Galla
vom 30. Juni 2016

Juliane Galla studierte Kommunikationsdesign an derFolkwang Universität der Künste. Seit ihrem Abschluss im Frühjahr 2015 arbeitet sie bei Drei Elemente in Bochum. Ab dem WiSe 16/17 unterstützt sie als Lehrbeauftragte den Studiengang Kommunikationsdesign im Bereich Editorial Design.