LESEN. Ein Handapparat

Neu erschienen zur Buchmesse 2015

Lesen. Ein Handapparat. Hrsg. von Hans-Christian von Herrmann und Jeannie Moser. Frankfurt / Main: Vittorio Klostermann 2015

Lesen. Ein Handapparat. Hrsg. von Hans-Christian von Herrmann und Jeannie Moser. Frankfurt / Main: Vittorio Klostermann 2015

Gestalter ohne gestalterische Praxis sind Außenseiter, typografische Gestalter ohne Lesepraxis sind Mainstream: Dieses Buch lädt ein zur Rebellion gegen den Trend. Es versammelt unterschiedlichste Positionen zum und Einsichten über das Lesen wie das Leben.

Ein Handapparat? Hier schießt mir der schöne niederländische Begriff der »Bloemlezing« in den Sinn: Und eine amüsante Blütenlese haben Hans-Christian von Herrmann und Jeannie Moser vom Fachgebiet Litaraturwissenschaft an der TU Berlin zusammengestellt. Es sind teilweise skurrile Blüten, die das Leserleben so treibt. Für uns Gestalter von herausragendem Interesse vielleicht die »Überlegungen zur Medialität des Bücherlesens im digitalen Zeitalter (Günther Stocker); ein Augenöffner für mich »Lesen verweigern. Schreiben verweigern« (Jesper Svenbro). Wie ein Spazierganz über eine bunte Blumenwiese, ich habe das Buch in zwei oder drei Sitzungen gelesen und habe mich glücklich darin verloren! Und glaube daran, dass Gestaltung von der bewußten Auseinandersetzung mit dem Lesen profitiert. Wer dies nicht tut, der kann trotzdem profitieren von »Typografische Textgestaltung: lesbar und unlesbar, sichtbar und unsichtbar« (Ralf de Jong). Gerade erschienen bei Vittorio Klostermann, Frankfurt / Main. Texte zur Leseforschung und Lesephysiologie – für uns als Typografen unverzichtbar! – werde ich zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.
Ein Beitrag von Ralf de Jong
vom 28. Oktober 2015