Kreuzviertel bei Nacht

Entwicklung eines Corporate Designs

Das Dortmunder Kreuzviertel – Charmante Vielfalt

Das Dortmunder Kreuzviertel – Charmante Vielfalt

Eventisierung – der erlebnisorientierte Mensch: Kommen Sie, staunen Sie! Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt! Wer hat noch nicht? Wer will nochmal? Immer schon waren die Menschen begeistert vom Außergewöhnlichen, von dem, was sich vom Alltag abhebt und die Routine bricht. Was damals der Rummel auf dem städtischen Kirmesplatz war, ist heute das Event. Für meine Arbeit boten die Initiatoren der Veranstaltung »Kreuzviertel bei Nacht« mir nun die Möglichkeit ihren Auftritt im Print- und Onlinebereich neu zu denken.

Das Dortmunder Kreuzviertel ist ein urbanes Wohnviertel in der westlichen Innenstadt, dessen Popularität stetig wächst. Das zur Jahrhundertwende entstandene Wohngebiet zählte 2006 bereits 7000 Bewohner. Der Name Kreuzviertel stammt aus dem Volksmund und wurde erstmals Mitte der 1970er Jahre verwendet. Anzunehmen ist, dass die katholische Heilig-Kreuz-Kirche in der Kreuzstraße letztendlich als Namensgeber des Viertels diente. Betrachtet man das Kreuzviertel, fällt als erstes die dichte, mehrstöckige Bebauung und die engen, meist parallel verlaufenden Straßen auf. Schaut man genauer hin, erkennt man die Besonderheiten. Es gibt neben schlichten Häusern mit Neorenaissance Fassaden aus den Jahren 1896 – 1898, auch Bauten im Jugendstil mit Stuck, Ornamenten und Erkern. In unmittelbarer Nähe sind um 1904 kleine Einfamilienhäuser mit Hauben und Türmen verziert, entstanden. Doch auch massive, kompakte Wohnblocks sind zu sehen. Auch die liebevoll gestalteten Innen- und Hinterhöfe sowie der hohe Altbaum- und Grünflächenbestand verleihen dem Viertel seinen einzigartigen Charme.

Kreuzviertel bei Nacht

In dieser Umgebung ist das Stadtteilfest »Kreuzviertel bei Nacht« seit 2009 nicht mehr wegzudenken. Zweimal jährlich öffnen die Einzelhändler und Bars ihre Türen bis Mitternacht und laden mit einem besonderen Programm, dem Kultur-m2, zum Verweilen ein. Im Sommer dienen zudem mehrere große Bühnen als Knotenpunkte der Veranstaltung. Während die Bühnen von regionalen Künstlern bespielt werden und die Stimmung anheizen, sind die Kultur-m2 eine Entdeckungstour. Musiker, eine Lesung oder ein von jedermann bespielbares Klavier; überall gibt es etwas zu sehen und zu hören. Im Winter steht das Wohlfühlen und Verweilen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Cafés und Geschäfte laden auf ein warmes Getränk und Gebäck ein. Stimmungsvolle Musik erfüllt das Viertel. Besonders fallen hier auch die außergewöhnlichen und extravaganten Weihnachtsgeschenke ins Auge, welche man seinen Liebsten mitbringen kann.

Bestandsaufnahme

»Kreuzviertel bei Nacht« hat als kleines Straßenfest begonnen. Und so sind lediglich einige Flyer, ähnlich aufgebaute Plakate und eine kleine Veranstaltungswebsite, auf der die teilnehmenden Einzelhändler aufgelistet sind, vorhanden. Eine genaue Beschreibung der Veranstaltung und ansprechendes Informationsmaterial gibt es bislang nicht. Die Einzelhändler stehen im Fokus, doch die Veranstaltung selbst verbirgt sich im Hintergrund. Dies soll sich ändern. Dazu soll ein Logo etabliert werden, welches als Erkennungs- und Identifikationsmerkmal dient. Weiterhin gehören Plakate, Flyer und eine ansprechende Website zu einem gelungenen Außenauftritt dazu. Auch über das Branding auf der Veranstaltung soll nachgedacht werden. Wie wird das Event selbst an diesem Abend kenntlich? Wie geht man mit Bühnen, Kultur-m2 und Gastronomiebereichen um? Die Initiatoren der Veranstaltung gaben mir nun die Möglichkeit mich mit diesen Aspekten im Rahmen meiner Bachelorarbeit zu beschäftigen.

Vorüberlegungen

Die Veranstaltung stellt sich als offenes Straßen- bzw. Stadtteilfest vor, welches vom und für das Kreuzviertel konzipiert ist. Besonders soll es die Vielfalt des Viertels, in Form der Einzelhändler, der Gastronomie, ansässiger Vereine, Gemeinden und Institutionen präsentieren. Dabei ist es nicht die Absicht »hip« und »trendy« zu sein, sondern bodenständig mit dem Gespür für das Schöne. Dabei soll ein breites Publikum zwischen 20 und 65 Jahren angesprochen werden. Während es außen vor den Bühnen jung, laut und wild zugehen kann, ist es im Kern des Viertels ruhiger und gediegener. Für jeden soll etwas dabei sein, jeder ist willkommen und soll sich wohlfühlen. Diese Überlegungen nahm ich mit in den Gestaltungsprozess.

Der Gestaltungsprozess – das Logo

Als erstes Identifikationsmittel für die Veranstaltung galt es das Logo zu entwerfen. Was war das reine und ursprüngliche Symbol für das Kreuzviertel? Ich reduzierte so weit wie möglich, um den Kern des Kreuzviertels in einem Zeichen zu greifen: +/4 (Kreuz und Viertel). Für die Veranstaltung fügte ich noch ein drittes Symbol, einen Mond, zum Logo hinzu, welcher für die Nacht steht – »Kreuzviertel bei Nacht«. Es folgten zahlreiche Entwürfe. Symbole wurden gedreht und verschoben, Icons hinzugefügt und gelöscht, diverse Vieren getestet. Drei derart schlichte Symbole miteinander in Einklang zu bringen erwies sich als äußerst aufwendig. Letzten Endes schnitt ich selbst eine Vier, welche zum verwendeten Kreuz harmonisiert. Ich benutzte ähnliche Winkel und Anschnitte und öffnete sie, um einen ähnlichen Grauwert zu schaffen. Ebenso wie das Kreuz durfte sie keinen abgeschlossenen Charakter haben, musste aber dennoch modern, schlicht und geometrisch wirken.

Zahlreiche Versionen führten letztendlich zur Wort- und Bildmarke für die Veranstaltung »Kreuzviertel bei Nacht«

Zahlreiche Versionen führten letztendlich zur Wort- und Bildmarke für die Veranstaltung »Kreuzviertel bei Nacht«

Das finale Logo mit hohem Wiedererkennungswert.

Das finale Logo mit hohem Wiedererkennungswert.

Der Gestaltungsprozess – das Plakat

Während des Logoentwurf-Prozesses ließ mich ein zweiter Ansatz für ein Gestaltungselement nicht los. Die Struktur des Viertels, die einzelnen Parzellen und Straßen, welche zusammen ein Ganzes ergeben, faszinierten mich. Zwar war dieses Element für ein Logo ungeeignet, doch für das Plakat und den Flyer von Nutzen.

Es ist Sommer, man sitzt lange draußen, bis in die Nacht. Alles sieht anders aus als am Tage. Man schaut in den Himmel und betrachtet die Sterne, denn es ist ein klarer Abend und noch warm genug, um bei einem Glas Wein mit seinen Freunden in den Straßen gesellig beisammen zu sein. Die Sterne als Symbol der Neugier und der Offenheit. Die Straßen der Stadt, mit Lampions und Lichterketten beleuchtet, welche versuchen die Sterne zu überstrahlen und man selbst ist mitten drin, als Teil des Ganzen und als Teil des Sternbildes – das Sternbild des Kreuzviertels. Ist es nicht genau dieses Gefühl, diese Atmosphäre, welche man in einer lauen Sommernacht bei einem solchen Stadtfest erwartet?

Das Sternbild des Kreuzviertels, gebildet aus den individuellen Orten, welche zusammen eben dieses besondere Viertel ergeben. Ein Motiv, welches das Potential für viele Kommunikationsebenen mitbringt und den Kern der Veranstaltung »Kreuzviertel bei Nacht«. Dies wurde schließlich zur Grundlage meiner weiteren Gestaltung von Plakat, Flyern und Website.

Das Besondere an der mobilen Website – Erstelle Dir durch den Weg, den Du  durch das Kreuzviertel nimmst, Dein eigenes (Kreuzviertel)Sternbild!

Das Besondere an der mobilen Website – Erstelle Dir durch den Weg, den Du durch das Kreuzviertel nimmst, Dein eigenes (Kreuzviertel)Sternbild!

Der Flyer zur Veranstaltung – alle Informationen auf einen Blick

Der Flyer zur Veranstaltung – alle Informationen auf einen Blick

Ein Beitrag von Franziska Struck
vom 04. Oktober 2017

Franziska Struck studierte Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste. Das Corporate Design ist im Rahmen ihrer Abschlussarbeit entstanden und wurde von Christin Heinze und Ralf de Jong betreut. Franziska arbeitet derzeit beim VISIONS Verlag in Dortmund – natürlich im Bereich Marketing & Sales.